Workshops & Vorträge zum Rudolstadt-Festival 2026

Freitag

Altes Rathaus 13.00
Christoph Lambertz & David Saam:
Zwei Herzen im Dreivierteltakt – Mitmachsingen mit Liedern aus Österreich

Waren Sie in Ihrem früheren Leben auch eine Reblaus? Was macht ein Nackter im Café Hawelka? Gab es im Weißen Rössl am Wolfgangsee einen Ba-Ba-Banküberfall? Kann man auf dem Zentralfriedhof schifoahrn? Wäre Wien wirklich schöner ohne Wiener? Kann Klaus der Biene noch einmal verzeihen? Bist du ned die Klaane, die i scho als Bua gern ghabt hab?
Einigen dieser Fragen gehen Christoph Lambertz und David Saam beim diesjährigen Mitmachsingen nach. Auf dem Programm steht eine österreichische Melange aus morbidem Wiener Lied, kabarettistischem Austropop, beseelten Jodlern, Operetten- und Après-Ski-Schlagern.

Bibliothek 14.00
Kerstin Klenke: Wie klingt Forschung? Das Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Gegründet im Jahr 1899, ist das Phonogrammarchiv der ÖAW das weltweit älteste Archiv für wissenschaftliche Audio- und Videodokumente. Aber was genau lagert in seinen Archivräumen? Wie klingt das? Und was ist daran interessant? Kerstin Klenke blickt zurück auf wichtige Stationen der über 125jährigen Geschichte der Institution, stellt die Sammlungen vor und skizziert aktuelle Aktivitäten und Herausforderungen.
Kerstin Klenke war von 2007 bis 2011 Mitglied des Programmbeirats des Rudolstadt-Festivals. Sie ist Musikethnologin mit einem regionalen Fokus auf Zentralasien und den Kaukasus; seit 2019 ist sie Leiterin des Phonogrammarchivs der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Altes Rathaus 15.00
folker präsentiert: How to folk? Dein Einstieg in die Welt der Folk-Session

Du willst bei Sessions mitspielen, mit Anderen Musik machen, weißt aber nicht wie? Dieser praktische Workshop gibt Raum für Unsicherheiten und musikalisches Handwerkszeug für das gemeinsame Musizieren – für Einsteiger*innen und alle, die sich (noch) nicht trauen.

Mit dem Ensemble How to Folk (Pay Bandik und Melf Torge Nonn, Marie Eberle, Thekla Rost).

www.instagram.de/folk_jamstival_hamburg

Bibliothek 16.00
Evelyn Fink-Mennel: Jo du? I ou! Johlen und Juzen (Vorarlberg)

Der Mitmach-Workshop zum Eintauchen in die Praxis des Johlens im Bregenzerwald. Johlen heißt dort das Jodeln; Juze sind improvisierte, kurze oder längere Melodiefolgen mit dem Sinn eines kommunikativen oder einfach lustvoll-freudigen Signals. Sie waren einst höchst individuell gestaltet, wobei sich in der alemannischen Hirtenkultur Typen von Frauen- und Männerjuzen herausgebildet haben. Wenn wir den Workshop einjuzen, verbinden wir das kreativ mit einem Warm-up zum Finden des jodlerischen Stimmsitzes, um schließlich vertiefend in ein typisches Bregenzerwälder Jodelspiel einzutauchen, wie es westlich des Arlbergs bis in die Ost- und Innerschweiz in Form von Jodlerketten stilbildend ist. Diese entfalten, in gebasster Mehrstimmigkeit begleitet, eine eigene Klangfülle gerade auch für zahlenmäßig größer besetzte Singgruppen, die man in den kammermusikalisch besetzten Jodelformationen im bairisch-österreichischen Raum so nicht finden kann.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich - nur bitte Freude und Risikobereitschaft für neue klangliche Stimmerfahrungen mitbringen!

Altes Rathaus 17.00
Ralf Gehler & Vivien Zeller: Hits aus der DDR-Folkszene zum Mitspielen

2026 wird die ostdeutsche Folkszene 50 Jahre alt. Ralf Gehler und Vivien Zeller haben für ihre beiden Instrumentalkurse einige Hits ausgegraben: „Bei Gassen- und Gruppentänzen genauso wie bei Paartänzen können wir uns dieser fast schon vergessenen Melodien und Tänze erinnern und sie neu entdecken.“ Mitmachen kann jeder, der ein Musikinstrument spielt, das in den Tonarten G, D, C und A funktioniert. Auch Perkussionisten sind willkommen. Vielleicht animiert dieses Workshop-Angebot ja auch, ein Instrument zum Festival mitzubringen.

Samstag

Altes Rathaus 13.00
Agnes Palmisano: Mitdudeln

Gejodelt wird im Land von Berg zu Berg. Gejohlt wird in Vorarlberg. In Wien wird gedudelt, bevorzugt beim Heurigen. Dudeln ist ein Ausloten der stimmlichen Möglichkeiten, ein Spiel mit Klängen, Farben, Emotionen. Ein Annähern von Gegensätzen: hoch/tief, laut/leise, fein/grob, lieblich/derb. Einen Dudler zu singen ist wie Achterbahnfahren für den Geist und die Stimmbänder. Für den Körper ist es eine Atmungs-, Bewegungs- und Haltungsschulung. Die auch Nicht-Wiener freudvoll erlernen können. „Die Tonhöhen sind beim Dudler prinzipiell festgesetzt, einen kleinen Improvisationsspielraum gibt es aber. Welche Silben, Konsonantenverbindungen und Vokale man einsetzt, dafür gibt es auf der Hand liegende Regeln. A und o haben nun einmal einen höheren Bruststimmenanteil als ein i oder ü. Dazwischen wechselt man hin und her. Wie beim Jodeln. Diese Jodeltechniken gibt es überall auf der Welt, ob in den Alpen oder bei den Pygmäen. Stilistische Feinheiten in der Wiener Musik sind dann die Färbung der Vokale, das Vibrato, wieviel Glissando, Portamento …“

Bibliothek 14.00
Albert Hosp & Johann Kneihs: What’s Happening in the State of Austria?

Seit den 1980er Jahren gestalten Albert Hosp und Johann Kneihs (Musik-)Sendungen für den Radiosender ORF Ö1 und programmieren, teils gemeinsam, Festivals in Österreich (Glatt&Verkehrt, Imago Dei, JewishWeekends). In diesem Gespräch zeichnen sie unter dem Titel "Jeden Tag ein Jodler" anhand ausgewählter Beispiele den Boom der neuen Volksmusik in Österreich nach. Sie werfen einen Blick auf deren Wurzeln – und über den Tellerrand: Die 1980er und 1990er Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs. Attwenger, Broadlahn, Hubert von Goisern, später Willi Resetarits und Ernst Molden machten das Singen im Dialekt zu alpin/wienerisch/burgenländisch verwurzelter Musik auch überregional zum Thema. Ab den 2000er Jahren folgte eine neue Generation innovativer (Volks-)Musiker:innen: Alma, Ramsch & Rosen, Martin Spengler und viele mehr bis hin zum „Wiener Soul“ etwa von 5/8erl in Ehr’n.

Altes Rathaus 15.00
Amy Thatcher: Clogdance

Amy Thatcher wird gemeinsam mit Kathryn Tickell Stepptanz-Choreografien aus Nordengland vorstellen und erläutern. Eine feine und unterhaltsame Einführung in die Welt des Stepptanzes sowie der traditionellen nordenglischen Tänze und Musik.

Bibliothek 16.00
Christoph Lambertz & David Saam:
Zwei Herzen im Dreivierteltakt – Mitmachsingen mit Liedern aus Österreich

Waren Sie in Ihrem früheren Leben auch eine Reblaus? Was macht ein Nackter im Café Hawelka? Gab es im Weißen Rössl am Wolfgangsee einen Ba-Ba-Banküberfall? Kann man auf dem Zentralfriedhof schifoahrn? Wäre Wien wirklich schöner ohne Wiener? Kann Klaus der Biene noch einmal verzeihen? Bist du ned die Klaane, die i scho als Bua gern ghabt hab?
Einigen dieser Fragen gehen Christoph Lambertz und David Saam beim diesjährigen Mitmachsingen nach. Auf dem Programm steht eine österreichische Melange aus morbidem Wiener Lied, kabarettistischem Austropop, beseelten Jodlern, Operetten- und Après-Ski-Schlagern.

Altes Rathaus 17.00
Ralf Gehler & Vivien Zeller: Hits aus der DDR-Folkszene zum Mitspielen

2026 wird die ostdeutsche Folkszene 50 Jahre alt. Ralf Gehler und Vivien Zeller haben für ihre beiden Instrumentalkurse einige Hits ausgegraben: „Bei Gassen- und Gruppentänzen genauso wie bei Paartänzen können wir uns dieser fast schon vergessenen Melodien und Tänze erinnern und sie neu entdecken.“ Mitmachen kann jeder, der ein Musikinstrument spielt, das in den Tonarten G, D, C und A funktioniert. Auch Perkussionisten sind willkommen. Vielleicht animiert dieses Workshop-Angebot ja auch, ein Instrument zum Festival mitzubringen.

Sonntag

Bibliothek 11.00
Sara Curruchich: Indigenous Cultures in Guatemala

Als erste indigene guatemaltekische Künstlerin, die auf internationalen Bühnen sowohl in Maya Kaqchikel als auch auf Spanisch singt, erweckt Sara Curruchich die indigenen Stimmen der Gegenwart zwischen Wurzeln und Moderne zum Leben. Hier spricht sie über die Situation in Guatemala, nicht zuletzt die der Frauen.

in englischer Sprache

Altes Rathaus 12.00
AltBadSeer Musi: Singen und Paschen aus dem Steirischen Salzkammergut

Paschen sowie das Singen von Gstanzl sind ursprünglich Zwischenteile aus den Gesellschaftstänzen Steirer, Landler und Waldhansl, welche im Ausseerland gerne getanzt werden. Paschen ist ein gemeinsames, rhythmisches Klatschen der Männer, bei dem Musikalität, ein sehr gutes Rhythmusgefühl und höchste Genauigkeit gefragt sind. Man fühlt, wenn ein Pasch gut geht, und dieser Augenblick lässt den Beteiligten das Herz aufgehen. In diesem Workshop kann man ihn lernen.

Bibliothek 13.00
folker präsentiert: Peggy Luck: Ringen mit der Tradition

Wir alle lieben es irgendwie – traditionelle oder traditionell inspirierte Tänze, Lieder, das generationenübergreifende Miteinander. Dass einiges im Folk nicht vorteilhaft gealtert ist, wird häufig nicht explizit thematisiert. Queer*feministische und Rassismus- sowie Kolonialismus-kritische Perspektiven sind nötig, um die alten Formen mit neuer Relevanz zu füllen. In diesem Workshop üben wir, Tradition zu zerlegen und neu zusammenzusetzen, bis wir uns in ihr wieder heimisch fühlen. Seid herzlich eingeladen zum respektvollen Streiten!

Peggy Luck macht Kultur zwischen Tradition und Transformation. Seit 2023 Vorsitzende von PROFOLK. Peggy schreibt Lieder, lädt zum Tanz oder zum Glitzern ein, dichtet, staunt, dichtet um und gräbt Dinge gern mit der Wurzel aus.

www.peggyluck.de

Altes Rathaus 14.00
Ingeborg Freytag: Body Music & Rhythm Dance

Zu diesem Workshop müssen die Teilnehmer nichts mitbringen – außer sich selbst: Unterschiedliche Sounds der Handflächen und Finger, stampfende/rutschende/springende Füße, die Klänge von Brustkorb/Bauch/Beine/Po und das große Repertoire an Geräuschen und perkussiven Sounds, die wir mit der Stimme erzeugen können – die Musik unseres Körpers in Verbindung mit geschmeidigen und flüssigen Tanzbewegungen: Das ist Body Music & Rhythm Dance.

Bibliothek So 15.00
Tenores de Orosei: Mehrstimmige Gesänge aus Sardinien

Wer immer schon so singen wollte wie die Tenores aus Sardinien (oder Korsika), kann hier erste Stimmübungen erlernen. Im Mittelmeer fast immer eine Domäne für vier Männer, können hier natürlich auch Frauen mitsingen.

Altes Rathaus 16.00
Stef Conner: Harmony Singing

Sing two beloved English folksongs with a watery theme: The Water is Wide and Blow the Wind Southerly. Together we’ll explore simple, intuitive ways of building rich harmonies through rounds, layered riffs, and feeling new lines in relation to the melody, beginning with playful warm-ups inspired by ancient singing practices. No sight-reading is needed – just bring your ears, your voice, and enjoy singing the songs together.