Magnus Kaindl & Landlerdelirium (DEU)

Magnus Kaindl & Landlerdelirium

Magnus Kaindl & Landlerdelirium (DEU)Der Landler (auch: Ländler) war früher von keinem Alpen-Fest wegzudenken. Nicht schwer zu lernen, meist im Dreiviertakt und einfacher Schrittfolge. Diese tänzerische Freiheit ist typisch für die Musiker vom Landlerdelirium. Sie schöpfen aus einem reichen Schatz überlieferter Tanzelemente und erwecken diese Lieder, die teilweise seit Jahrhunderten nicht mehr erklungen sind, zu neuem Leben. Aus einem reichen Schatz überlieferter Tanzelemente zeigt Magnus Kaindl verschiedene Handfassungen, Dreh- und Armbewegungen, die für verschiedene Tänze genutzt werden können. Diesem Drive kann man kaum widerstehen! Landlerdelirium ist aktueller Preisträger des Innovationspreis Volkskultur der Stadt München.

 

Photo: Stefanie Giesder

Tanz des Jahres - Der Schottisch

Beim Schottisch ist es fast einfacher, zu erzählen, was er früher war, als zu erläutern, was er heute ist.

Zwar liegen die allerersten Tanzschritte noch etwas im Nebel, aber im 16./17. wurde die „Branle d’écosse“ (Ecosse = französisch für Schottland) als Rundtanz von der feinen Gesellschaft in Frankreich und darüber hinaus getanzt. Und die Hofgesellschaft entwickelte ihn noch weiter: Als „Ecossaise“ (also eigentlich Die Schottische, auch: Schottischer Walzer) wurde er, dann im Walzertakt oder im 2/4-Takt, zu dem Modehit am französischen Hof. Der sich auch bald in den Werken von großen Komponisten vom Frühbarock bis in die Wiener Klassik wie Ludwig van Beethoven oder Franz Schubert wiederfand. Getanzt in Paarform, in einem Tempo, das, je nach Landschaft, eher an einen Rheinländer oder an eine Polka erinnert: Schottisch war, wie später einmal Charleston, Lambada, Tango oder Salsa, ein heißer Modetanz und auf jedem Ball zu Hause. Er sickerte ein in das Volk, wurde vom höfischen zum Bauerntanz - und das in ganz Europa. Selbst Fachleute haben allerdings den Überblick verloren, in wie vielen Formen er sich über ganz Europa verbreitet hat, in welchem Rhythmus und mit welchen Tanzschritten: Schottisch, Rheinländer, Hopser, Polka, Bairisch-Polka – oft sind es minimale Tempoverschiebungen, die die Tänze und Namen ändern, manchmal regionale Gewohnheiten, manchmal die Grundaufstellung der Tänzer.

Zum Schottisch, dem Tanz des Jahres, gibt es keinen speziellen Workshop; unser Mitmachtanzverantwortlicher Matthias Weyrich hat alle Bands gebeten, wenn vorhanden, eine regionale Variante mitzubringen und diese im jeweils ersten Tanzworkshop vorzustellen. Das sind bei der Janusz Prusinowski Kompania polnische Versionen wie Stara Baba, aber auch Rajnlender/Lelender/Olender, ebenfalls Reinlender bei Magnus Kaindl und dem Landlerdeliriumn, dänische Versionen bei den Fionia Folk Brothers und englische bei Banter. Und JAMS haben angekündigt, dass sie den Schottisch "in diversen Varianten mit unserem Workshop-Publikum so richtig auf Lunge nehmen" wollen.

Am Sonntag gibt es zudem einen Vortrag von Ulrike Zöller über die Historie und die Verästelungen des Schottisch.