JAMS’ Tanzhaus (DEU)

JAMS’ Tanzhaus

JAMS’ Tanzhaus (DEU)Diese Union von JAMS und Tanzhaus gehört zum Urgestein des DDR-Folktanzrevivals. Seit nunmehr über 40 Jahren gestalten sie Tanzabende, auf denen traditionelle Tänze gemeinsam mit dem Publikum getanzt und auf diese Weise "ganz nebenbei" entdeckt oder erinnert werden. Die TANZHAUS Gruppe führt mal Tänze vor oder tanzt ganz einfach "inkognito" mit, um dem Publikum so auf die "Sprünge" zu helfen.
Polka, Mazurka, Schottisch, Rheinländer, Two Step und andere Paar,- Reigen- und Kettentänze vom Staub alter Klischees befreit, bringen überraschenden Spaß und sparen das Fitnessstudio.

Gabriele Meyer - Violine
Frieda Meyer - Violine
Andreas Wieczorek - Saxophone, Voc
Holger Lattke - Klarinetten, Saxophone, Voc
Jo Meyer - Akkordeon, Mandola, Voc
Michael Waterstradt - Kontrabass
Snorre Schwarz - Schlagzeug, Voc

Carola Hinz - Tanzmeisterin

Tanz des Jahres - Der Schottisch

Beim Schottisch ist es fast einfacher, zu erzählen, was er früher war, als zu erläutern, was er heute ist.

Zwar liegen die allerersten Tanzschritte noch etwas im Nebel, aber im 16./17. wurde die „Branle d’écosse“ (Ecosse = französisch für Schottland) als Rundtanz von der feinen Gesellschaft in Frankreich und darüber hinaus getanzt. Und die Hofgesellschaft entwickelte ihn noch weiter: Als „Ecossaise“ (also eigentlich Die Schottische, auch: Schottischer Walzer) wurde er, dann im Walzertakt oder im 2/4-Takt, zu dem Modehit am französischen Hof. Der sich auch bald in den Werken von großen Komponisten vom Frühbarock bis in die Wiener Klassik wie Ludwig van Beethoven oder Franz Schubert wiederfand. Getanzt in Paarform, in einem Tempo, das, je nach Landschaft, eher an einen Rheinländer oder an eine Polka erinnert: Schottisch war, wie später einmal Charleston, Lambada, Tango oder Salsa, ein heißer Modetanz und auf jedem Ball zu Hause. Er sickerte ein in das Volk, wurde vom höfischen zum Bauerntanz - und das in ganz Europa. Selbst Fachleute haben allerdings den Überblick verloren, in wie vielen Formen er sich über ganz Europa verbreitet hat, in welchem Rhythmus und mit welchen Tanzschritten: Schottisch, Rheinländer, Hopser, Polka, Bairisch-Polka – oft sind es minimale Tempoverschiebungen, die die Tänze und Namen ändern, manchmal regionale Gewohnheiten, manchmal die Grundaufstellung der Tänzer.

Zum Schottisch, dem Tanz des Jahres, gibt es keinen speziellen Workshop; unser Mitmachtanzverantwortlicher Matthias Weyrich hat alle Bands gebeten, wenn vorhanden, eine regionale Variante mitzubringen und diese im jeweils ersten Tanzworkshop vorzustellen. Das sind bei der Janusz Prusinowski Kompania polnische Versionen wie Stara Baba, aber auch Rajnlender/Lelender/Olender, ebenfalls Reinlender bei Magnus Kaindl und dem Landlerdeliriumn, dänische Versionen bei den Fionia Folk Brothers und englische bei Banter. Und JAMS haben angekündigt, dass sie den Schottisch "in diversen Varianten mit unserem Workshop-Publikum so richtig auf Lunge nehmen" wollen.

Am Sonntag gibt es zudem einen Vortrag von Ulrike Zöller über die Historie und die Verästelungen des Schottisch.