RUTH 2022

Da war’s nur noch eine. Und einer. Eine RUTH und ein Auslober. Nachdem jahrelang das Festival gemeinsam mit den Rundfunkanstalten der ARD sowie dem Preis creole – Weltmusik in Deutschland die RUTH betreut hat, standen wir 2019 plötzlich vor einer gähnenden Leere: creole war als bundesweit und pyramidal aufgebauter Wettbewerb sanft entschlummert und findet derzeit nur noch als nicht miteinander verbundene Landes-Initiativen in Berlin und Nordrhein-Westfalen statt (wenn überhaupt wieder nach der Pandemie-Pause). Und aus dem ARD-Kreis kamen auch zunehmend weniger Vorschläge, wie der damalige MDR-Redakteur Peter Eichler, der für das Einsammeln der Kandidaten zuständig war, ernüchtert feststellen musste. Was zur Folge hat, dass das Festival die Idee eines Weltmusikpreises erst einmal auf Sparflamme weiter köcheln lässt. Keine weiteren Auslober. Nur noch ein Preis und keine vier.

Diese Konzentration bedeutet kein Einengen des Spektrums: Musiker können den Preis ebenso gewinnen wie verdiente Einzelpersonen oder Initiativen, Menschen für ihr Lebenswerk ebenso wie spannende aktuelle Projekte. Was die beiden Preisträger beweisen, die in diesem Jahr die RUTH erhalten: der Humba Efau aus Köln, den wir für 2020 ausgeguckt haben – Anlass wäre der damalige 25. Geburtstag gewesen – und der jetzt endlich die Porzellanfigur von Kerstin Kreller sowie das Preisgeld entgegennehmen darf. Und Christoph Dieckmann, Fan von John Renbourn, den Allman Brothers und einige anderen Musikern, der die Trophäe für dieses Jahr erhält.