The Divine Comedy (GBR)

The Divine Comedy (GBR)The Divine Comedy entstanden zum Höhepunkt des BritPop-Hypes, doch anders als deren Protagonisten waren Neil Hannon und seine Mannen immer etwas – ja, eben: anders.
Aber sind sie eigentlich eine Band? Nein, sind sie nicht. Nie gab es eine feste Besetzung - The Divine Comedy waren immer Neil Hannon, seine Ideen, man könnte auch sagen: Spinnereien, sein Projekt, immer sehr eigen, immer ein Stückchen von der Normalität entfernt und immer auch mit einem kleinen Hang zur Überheblichkeit. Anfangs eher stylish, um sich von den Oasis/Blur-Rüpeleien abzusetzen, dann mainstreamiger, weil Neil Hannon Gefallen an Stadionkonzerten gefunden hatte, spätestens in diesem Jahrhundert mit großem Hang zu noch größerer Geste. Musikalisch fand das seine Entsprechung in immer mächtigeren Klängen: Mal ist es Kammerpop mit Streichern, mal Swing und die Ballsaal-Musik der 20er-Jahre. Thematisch spannt er in seinen mit literarischen Zitaten gespickten Texten einen großen Bogen, von den fiktiven Briefen eines Sterbenden an seinen Vater über einen Zyklus zum Cricketspiel bis zur modernen Arbeitswelt, der Finanzkrise oder dem Aufkommen der Sozialen Netzwerke. So ist es Hannon mit seiner Bandidee The Divine Comedy gelungen, mehr als 30 Jahre im Spiel zu bleiben: mit eingängigen Melodien, schrägen Geschichten und viel Humor.