Katokye
UGAJohn Katokye ist ein Kuhhirte aus dem Bantu-Volk der Banyankore in Westuganda, der die Gesangstradition seines Volkes bzw. seines Berufsstandes pflegt: Uralte Call-and-Response-Gesänge, Musik auf das Mindeste reduziert - nur Gesang und das Schlagen des Hirtenstabes. Seit er ein kleiner Junge war, hütete Katokye Vieh, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und zog jahrzehntelang singend durch seine Heimat. „Ekyeshongoro“ nennt sich seine Kunst. Das Wort beschreibt kurze poetische Sätze, die Bruchstücke von Eindrücken vermitteln und über die Familie, die Geschichte der Region oder ihre Landschaften sinnieren, in denen die Longhorn-Rinder anmutig grasen. Ein zweiter Sänger – in Rudolstadt ist das Samuel Rujeru - überlagert die Gesangslinien oft in einem kontinuierlichen Gesangsfluss, der mehr als zehn Minuten dauern kann. Die Sänger markieren die wichtigsten Wendepunkte ihrer fließenden Darbietung, indem sie punktgenau gemeinsam ihre Tonhöhe erhöhen und so stetig die Intensität der Strömung steigern, die das Publikum in einen hypnotisierenden Sog hineinzieht.
Photo: Basile Koechlin
-
Sa 14:30 Stadtkirche Bühne
-
So 14:00 Bauernhäuser Bühne